Kaluna-Blog
Zwischen Social media, Feinfühligkeit und echtem Leben - wie weniger online und echtes erleben so viel verändern kann

Was bedeutet authentisch sein wirklich?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es auf den sozialen Medien so lange funktioniert, 'authentisch' zu sein, wie das abgeliefert wird, was die Menschen sehen wollen oder was ihnen gefällt.
Für mich jedoch bedeutet authentisch sein, nicht nur das zu zeigen, was gut läuft oder wo ich Erfolge feiere.
Gerade das, was nicht rund in meinem Leben läuft und was mich verletzlich macht, macht mich echt und authentisch.
Ich berichte von meinen Gefühlen, meinen Erfahrungen und meinen Wachstumsschmerzen – mit dem Wunsch, anderen eine Stütze zu sein. Ihnen zu zeigen, dass jeder Mensch Ebbe und Flut im Leben erlebt und dass es immer Möglichkeiten gibt, die eigene Situation anzunehmen und zu verändern.
Ob du es glaubst oder nicht: Ich stand in vielen unschönen Lebensphasen alleine da – nur mit meinen Tieren als treue Begleiter.
Ich hätte mir jemanden gewünscht, der mich an die Hand nimmt, mir einfach zuhört, mir Tipps mit auf den Weg gibt oder mir Mut zuspricht.

Dank des Social-Media-Algorithmus und der Unterstützung von KI ist es heutzutage einfach, Zuspruch zu finden und eine Anleitung für ein besseres Leben zu bekommen.
Doch kann ich dem wirklich vertrauen?
Wie Social Media feinfühlige Menschen beeinflusst
Gerade feinfühlige Menschen reagieren total unterschiedlich:
- Auf der Suche nach Hilfe werden die unterschiedlichsten Profile, Techniken, Methoden oder Tipps gesucht – nur, um noch unsicherer zu werden, was der nächste richtige Schritt ist.
- Die, die an sich selbst und ihren Talenten zweifeln, sehen Menschen auf Profilen, die besser sind, mehr können oder ein glücklicheres Leben führen. Damit bleiben sie lieber in der Komfortzone und werden noch unzufriedener.
- Menschen mit Helfersyndrom bekommen durch den Algorithmus Videos und Posts ausgespielt, die dieses Gefühl, mitleiden zu müssen, verstärken. So werden sie immer trauriger oder fühlen sich ohnmächtig.
- Andere Posts und Videos schüren die Angst und verbreiten Weltuntergangs-Szenarien. Ohne es zu merken, stecken die Leute, die sich das anschauen, plötzlich mitten im Drama.
- Vielseitig interessierte scrollen und scrollen und vergessen dabei die Zeit und alles um sich herum.
Egal, zu welcher Gruppe du gehörst, eines wirst du mir vermutlich bestätigen können:
Nachdem du dich eine Zeit lang auf den Sozialen Medien getummelt hast, fühlst du dich energielos und ausgelaugt.
Mir jedenfalls geht es so.
Die Zwickmühle zwischen Sichtbarkeit und Freiheit
Und das bringt mich manchmal ganz schön in die Zwickmühle.
(Kleine Anekdote am Rande: ich bin in meinem Heimatdorf die „große Zwickera“. Abgeleitet von der Kneipe meines Vaters „Zur Zwick“).
Auf der einen Seite schätze ich FB, Insta und Co als Möglichkeit, mich zu vernetzen, meine Gedanken teilen zu können und als Werbeplattform.
Andererseits habe ich eine Abneigung dagegen, dort zu viel Zeit zu investieren – eben aus den oben genannten Gründen.
Die Vorgaben für Online-Marketing, Algorithmus und der Druck dahinter lösen oftmals Widerstand in mir aus und ich habe keine Lust, diese zu bedienen.
Einer meiner wichtigsten Werte, „Freiheit im Tun und Sein“, kollidiert oftmals damit.
Da ich gern auf allen Ebenen authentisch sein und bleiben möchte, habe ich für mich entschieden:
Ich poste, wenn ich etwas zu sagen habe und wirklich Lust darauf habe – in dem Vertrauen, dass das Video oder der Text genau die richtigen Menschen zur richtigen Zeit erreicht.
Wenn du wissen willst, welche Werte ich noch für mein Leben definiert habe, dann lies meinen Blogbeitrag „Kennst du deine big five for life? - Ein Buch voller Überraschungen“.

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Social Media zwar Bekanntheit bringt, jedoch nicht unbedingt Kunden.
Da ist immer noch die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda unschlagbar 😀
Kinder, Nachahmung und digitale Ablenkung
Doch zurück zum Thema: Feinfühligkeit und Social Media.
Die Tage ist mir ein weiterer Aspekt aufgefallen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat: der Umgang von Erwachsenen und Eltern mit FB & Co im Beisein von Kindern.
- Eine junge Mutter schiebt den Kinderwagen vor sich her, mehr vertieft in das Handy als in den Weg und das Baby im Wagen.
- Ein Elternpaar im Restaurant mit einem Kleinkind. Das Kind malt am Tisch, während die Erwachsenen ins Handy starren und kein Wort miteinander wechseln.
- Zwei Mütter, deren Kinder auf dem Spielplatz spielen, schauen die meiste Zeit aufs Display, ohne einander wahrzunehmen und ohne die Kinder zu beachten.
- Eltern, die ihrem Kind YouTube einschalten oder ein Spiel spielen lassen, um sich in Ruhe mit anderen Erwachsenen unterhalten zu können.
Ich möchte niemanden bewerten oder verurteilen.
Denn all diese Beobachtungen waren Momentaufnahmen und zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamten.
Was mich daran beunruhigt, ist die Tatsache:
Kinder lernen hauptsächlich durch Nachahmung und Beziehungserfahrungen. Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass sich das Gehirn in den ersten Lebensjahren noch in einer Reifungsphase befindet und häufiger langsamere Gehirnaktivitäten aufweist, was mit einer erhöhten Lern- und Aufnahmebereitschaft einhergeht. Mehr dazu kannst du in dem Blogbeitrag "Die Gehirnwellen im Lebensalter - Entwicklung deiner Gehirnwellen" lesen.
Es wird also bei Babys und Kleinkindern alles aufgesaugt wie ein Schwamm und ungefiltert im Unterbewusstsein abgelegt.

Die Wahrnehmung von Kindern
Babys und Kleinkinder nehmen Sinneseindrücke viel intensiver wahr und verarbeiten Informationen ganz anders als Erwachsene.
Sie speichern innere Bilder ab, aber auch Gerüche und Geschmäcker. Sie hören zwischen den Zeilen und spüren intensiv Gefühle und Unstimmigkeiten zwischen Worten und Taten.
Erst im Alter von ca. 6 Jahren beginnt sich der sogenannte Neocortex auszubilden. Damit verändern sich die Gehirnwellen und die Kinder lernen, analytisch und strukturiert zu handeln.
Besonders feinfühlige Kinder sind oftmals damit überfordert und entwickeln unbewusst Strategien, wahrgenommen zu werden und so ihre Bedürfnisse gestillt zu bekommen.
Gerade die Kinder der neuen Zeit sind sehr sensibel, gefühlsstark und kommen mit einem erweiterten Bewusstsein auf die Welt.
Sie sind (noch) verbunden mit ihrem Instinkt und ihren 'übersinnlichen' Fähigkeiten. Für sie ist das Spüren von Schwingungen, die Kommunikation mit Tieren und Pflanzen, aber auch der Kontakt mit Verstorbenen und Geistwesen selbstverständlich.
Manche Kinder 'wissen' von Situationen aus der Vergangenheit, die sie nie erlebt haben, oder sagen etwas über die Zukunft voraus, das für uns Erwachsene unglaublich erscheint und manchmal sogar Angst macht.
Diese Kinder bringen Eltern oft an ihre Grenzen.
Sie fordern Aufmerksamkeit und ihre Bedürfnisse ein. Sie sprengen Grenzen und zeigen die eigenen Schwächen auf.
Da kommt die Ablenkung mit dem Handy gerade recht.
Würdest du den Umgang mit dem Handy und Social Media verändern, wenn du wüsstest, dass bereits kleine Kinder lernen, dass Ablenkung „normal“ ist und das Scrollen auf Social Media zum Alltag gehört?

Bewusster Medienkonsum und echte Verbindung
Mir ist bewusst, dass wir die Technik in unser Leben integrieren müssen und auch ich schätze die digitalen Möglichkeiten.
Und dennoch überlege ich mir ganz bewusst, was ich konsumiere und wie viel Zeit ich diesem Medium Handy einräume.
Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass nichts erfüllender und wertvoller ist, als offline Zeit miteinander zu verbringen.
Hierzu gehört für mich auch der Umgang mit Tieren, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen und den Kontakt zu sich selbst zu stärken.
Meines Erachtens ist es essenziell, fernab von digitalen Medien, unbewussten Vergleichen und gezielten Ablenkungen die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten (wieder-) zu entdecken.
Sinn-voll genutzte Zeit statt Scroll-Zeit
Gerade, wenn du dich mit den oben genannten Punkten identifizieren kannst und/oder wenn du ein feinfühliges Kind hast, dann lege ich dir ans Herz, mehr Zeit in ein echtes Miteinander zu investieren.
Es gibt so viele Möglichkeiten, sinn-volle Zeit miteinander zu verbringen:
- ein Bastel- oder Spielenachmittag/-abend
- ein Picknick in der Natur
- ein Besuch bei Freunden
- Musik hören und dabei tanzen
- eine Runde Gassi mit dem Hund
- kreatives Kochen
- gemeinsam sporteln
- einen Workshop besuchen
- ein Seminar belegen
- und vieles mehr

Was glaubst du: Wie viel schöner und entspannter würde dein/euer Leben werden, wenn Social Media nur noch temporärer Begleiter wäre?
Mehr Freiheit durch weniger Social Media
Der Entschluss für eine bestimmte Handyzeit, den bewussten Umgang mit Sozialen Medien und ganz viel Offline-Zeit hat mir so viel Freiheit gebracht, die ich nicht mehr missen möchte.
Ich habe aufgehört, mit anderen mitzuleiden, mich auslaugen zu lassen oder mich nicht gut genug zu fühlen.
Stattdessen folge ich meinen Impulsen, sprühe vor Energie und spüre mich selbst wieder.
Und genau das ist meine Herzensangelegenheit:
Dich (und dein Kind) dabei zu begleiten, die Gabe der Feinfühligkeit nicht als Last zu sehen, sondern als Quelle für ein selbstbestimmtes, kraftvolles Leben.
Mit allen Sinnen, ganz viel Liebe, Kreativität, Natur und Tieren.
Offline, echt und voller Freude.
Ein kleines Geheimnis zum Schluss
Jetzt verrate ich dir noch ein kleines Geheimnis:
Meine Kurse und Seminare werden bald an einem neuen, einzigartigen Ort stattfinden.
Wo und ab wann verrate ich dir, sobald alles in trockenen Tüchern ist.

Vielleicht hast du beim Lesen gespürt, wie wohltuend weniger Ablenkung und mehr echtes Miteinander sein kann.
Gerade in einer lauten digitalen Welt kann bewusstes Erleben im echten Leben eine spürbare Veränderung bewirken.
Bereit für ein neues Offline-Abenteuer?
